Politik Kanton Schwyz

Politik der SVP Kanton Schwyz - Leserbriefe / Mitteilungen

Schwyzer Volksblatt, Sonntag 17.11.2019 / 7. Jahrgang

Appell an den gesunden Schwyzer Menschenverstand

Von MANUEL ZüGER | 2019-11-07

Appell an den gesunden Schwyzer Menschenverstand

Abstimmung

Am 24. November 2019 stimmen wir Schwyzer Stimmberechtigten über Neubauten zur Realisierung einer völlig überteuerten Kantonsschule (KSA) am bestehenden Standort in Pfäffikon ab.
Aus meiner Sicht ein absolut überrissenes nicht vom Volk tragbares Mammut-Projekt.
Für die neue KSA in Pfäffikon wurde bekanntlich bereits ein Planungskredit in Höhe von rund 6 Millionen Franken ausgegeben. Das heisst, ein Architekt / Planer mit einem Stundenansatz von Fr. 200.00.-/Std. war demnach rund 30`000 Stunden mit der Planung des Projekts beschäftigt. Was 12,5 Jahre Planung, bei einer Jahresdurchschnittsarbeitszeit von 2`400 Std./Jahr, entspricht! Für mich doch sehr an der Realität vorbeigeschossen.
Das komplette Verkehrsnetz am bestehenden KSA-Standort in und um Pfäffikon, ist mit der heutigen Situation schon total überlastet. Da während des Neubaus die Schüler in Ersatzbauten (Container) auf dem Gelände der KSA Pfäffikon untergebracht würden und die gesamten, für das Projekt benötigten Arbeiter und deren Infrastruktur, sprich Baumaschinen, sowie deren Fahrzeuge das Verkehrsnetz in und um Pfäffikon noch zusätzlich belasten würden, kann sich jeder einzelne selber ausdenken, zu welchem Verkehrschaos dies führen könnte.
Grundsätzlich freue mich über jede Investition, die im äusseren Kantonsteil anstatt im Inneren Kantonsteil getätigt wird, solange dies sinnvoll ist. Nun aber lässt sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, für rund 100 Millionen Franken eine Kantonsschule für über 600 Schüler zu bauen, welche über eine Mensa (Kantine) für nur 300 Schüler verfügen wird, obschon alle wissen, dass auch die Schüler der angrenzenden Berufsschule und Personen aus den umliegenden Bürogebäuden, bereits heute die Mensa benutzen!
Des Weiteren entstehen an der neu gebauten Schule rund 5-6 Bildungsräume (Schulzimmer) weniger, als schon heute zur Verfügung stehen. Die Schulzimmer sollen sich im 3. Stock befinden. Dahin führen Treppen und Gänge die zum Teil nur Zwei-Mann breit sind. Über 600 Schüler würden täglich mehrmals diese Treppen und Gänge passieren – eine seriöse Planung, mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Schülerschaft, sieht anders aus!
Was passiert mit dem heutigen KSA-Standort in Nuolen?

Sollte dieses 100 Millionen-Projekt verwirklicht werden, würde die KSA-Nuolen verschwinden! Da das Land in Nuolen dem Kanton gehört, könnten wir uns dann in naher Zukunft eventuell gar mit einem neuen Asyldurchgangszentrum in Nuolen herumschlagen?! Wäre es da nicht sinnvoller, beide Kantonsschulen zu sanieren – mit erheblich tieferen Kosten?!

Mein Fazit: Die Bildung in der Schweiz ist für mich eines der höchsten Güter. Dem gilt es Sorge zu tragen. Aber stärken wir die Bildung wirklich, indem wir Schulstandorte zusammenlegen und damit gut funktionierende Systeme und Infrastrukturen über den Haufen werfen?

Und zu guter Letzt: Wenn Sie 100 Millionen Franken zur Verfügung hätten, würden Sie ihr Geld, in ein schlecht geplantes Bauvorhaben investieren – ohne Garantie und Gewissheit, dass sich diese Investition langfristig je auszahlen wird? Wohl kaum! Deshalb sage ich am 24. November 2019 klar Nein zum KSA-Projekt.

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