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Schwyzer Volksblatt, Sonntag 20.10.2019 / 7. Jahrgang

Steter Tropfen höhlt die Sozialsysteme

Von ROLAND LUTZ | 2019-10-02

Steter Tropfen höhlt die Sozialsysteme

Gerichtsentscheid

Auf der Webseite des Schwyzer Verwaltungsgerichts wurde soeben ein Entscheid publiziert, der aufhorchen lässt. Ein seit knapp acht Jahren mit einer Schweizerin verheirateter Brasilianer will seinen aus einer früheren Beziehung stammenden brasilianischen Sohn in die Schweiz nachziehen. Das kantonale Amt für Migration hat dieses Gesuch wegen drohender erheblicher Fürsorgeabhängigkeit abgewiesen, auf gut deutsch: Er dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit in unseren Sozialsystemen landen.

Der Regierungsrat hat diesen Entscheid auf Beschwerde hin bestätigt, wenn auch mit zu befürchtenden erheblichen Integrationsschwierigkeiten begründet. Anders sah es dann das Verwaltungsgericht, welches eine vertiefte Integrationsprognose verlangte. Das Verfahren begann also von vorn, und das Amt für Migration liess den inzwischen bald 19-jährigen auf dem Schweizerischen Konsulat in Brasilien befragen. Daraufhin lehnte das Amt das Familiennachzugsgesuch erneut ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies auch der Schwyzer Regierungsrat wiederum ab, weil er weiterhin massgebliche Bedenken hatte bezüglich der Integrationsfähigkeit des inzwischen Volljährigen. Zudem erachtete der Regierungsrat das Gesuch als wirtschaftlich motiviert. Das liess der Vater wiederum nicht auf sich sitzen und er rief erneut das Schwyzer Verwaltungsgericht an.

Dieses hat nun entschieden, dass der Brasilianer – wenn inzwischen auch fast 20 Jahre alt – doch noch in die Schweiz übersiedeln darf. Zugunsten des Brasilianers wurde die lange Verfahrensdauer berücksichtigt. Die fehlenden Deutschkenntnisse hat das Gericht wegargumentiert und die Chancen auf soziale und berufliche Integration in der Schweiz als «nicht schlecht» taxiert. Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Richter hierbei nicht irren! Denn sonst wird es teuer für den Steuerzahler und die Sozialwerke.

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