Politik Kanton Schwyz

Politik der SVP Kanton Schwyz - Leserbriefe / Mitteilungen

Schwyzer Volksblatt, Mittwoch 12.12.2018 / 6. Jahrgang

Statistik - eine Glückssache

Von PIRMIN SCHWANDER | 19.11.2018

Statistik - eine Glückssache

Zur Selbstbestimmungsinitiative

Die Fiskaleinnahmen Bund betrugen im Jahr 2002 rund 42,813 Milliarden Franken und sind im Jahr 2017 auf 67,615 Milliarden angewachsen. Laut Leserbriefexperten könnte ich nun behaupten, die Steuern seien zwischen 2002 und 2017 um 57,93% erhöht worden. Selbstverständlich behaupte ich das nicht. Alle Steuerzahler wissen, dass in dieser Frage Steuertarif und Steuerfuss massgebend sind. So sind in der wirtschaftlichen Beziehung zur EU denn auch die anteiligen Entwicklungen massgebend und nicht die absoluten Zahlen (zumindest wurde seitens Bundesrat und Befürworter der Bilateralen bis heute immer so argumentiert). Volkswirtschaftlich gesehen also eine Selbstverständlichkeit. Dass die Exporte in die EU im Jahr 2002 62,46% (vom Total) betrugen und bis 2017 auf 45,31% zurück¬gingen, ergibt nun einmal eine Abnahme von 27,45%! Ich nehme die Forderung entgegen, die Zahlen inskünftig besser zu erklären, insbesondere für Theoretiker.

Nun, wenn selbst für Leserbrief- und Theorieexperten die Statistik eine Glückssache bleibt, nützen die besten Erklärungen nichts. Deshalb ein Praxisbeispiel: Eine vierköpfige Familie bekommt eine Jahreslohnerhöhung von Fr. 1 500.--. Gleichzeitig steigt die Krankenkassenprämie für die ganze Familie um mindestens Fr. 1 800 (erstmaliger Erwachsenentarif für das älteste Kind). Jetzt gibt es mindestens drei Arten von Politikern. Der Internationale kommentiert diese Situation mit den Worten: «Kein Problem, in den EU-Ländern sind die Lohnerhöhungen signifikant tiefer.» Die Kosten spielen für ihn keine Rolle. Demgegenüber fordert der selbsternannte Wirtschaftsorientierte sofort eine Lohnerhöhung auf Fr. 1 800. Die international Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen spielt für ihn keine Rolle. Und der Ewig¬gestrige sorgt sich um die Bürgerinnen und Bürger und lanciert eine Initiative, um das eigentliche Problem anzugehen. Häme, Hetze und wüste Beleidigungen spielen für ihn keine Rolle.

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