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Schwyzer Volksblatt, Freitag 14.12.2018 / 6. Jahrgang

KESB – Handlungsbedarf ist unbestritten

Von - 08.02.2017

KESB – Handlungsbedarf ist unbestritten

‘KESB und die Rechte der Kinder’ ist ein Thema das bewegt. Dies bestätigte der Grossaufmarsch der Bürgerinnen und Bürger, welche am Montag, 6. Februar, der Einladung der Nationalräte Marcel Dettling und Pirmin Schwander gefolgt sind. Der bekannte Jugendpsychologe Allan Guggenbühl referierte dabei über die Kinderrechte. Das aller Wichtigste sei es gemäss Guggenbühl, dass die Kinder Bezugspersonen innerhalb der Familie haben und die notwendige Aufmerksamkeit erhalten. Damit bestätigt Guggenbühl ein zentrales Anliegen, welches die kantonale KESB-Initiative anstrebt: einfachere, bürgernahe Strukturen anstatt bürokratischen Entscheidungen von professionellen Fachpersonen.

Jugendpsychologe Allan Guggenbühl referierte

Am Dienstag, 6. Februar 2017, haben die beiden Schwyzer Nationalräte Marcel Dettling und Pirmin Schwander zu einer weiteren Veranstaltung zur KESB (Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde) eingeladen. An der Veranstaltung in Rothenthurm wurde das Thema ‘KESB und die Rechte der Kinder’ aufgegriffen. Mit dem bekannten Jugendpsychologen Allan Guggenbühl referierte eine erfahrene Persönlichkeit zu diesem brisanten Thema. Das Thema brennt, denn rund 150 interessierte Personen folgten der Einladung der beiden Nationalräte.

Bei seinem Einführungsreferat erläuterte Nationalrat Pirmin Schwander sein grosses Engagement und nimmt Stellung zur Verzögerung der Eidgenössischen Volksinitiative. Es ist wohl verständlich, dass ein Strafverfahren keiner Person schadlos vorbeigeht. Und dass Befürworter der KESB sowie linke Journalisten diese Situation genüsslich thematisieren ist auch klar. Denn Kritiker werden – leider auch in einem freien Staat wie der Schweiz - immer wieder versucht mundtot zu machen. In diesem Fall mit einem Strafverfahren. Aber dies hält Nationalrat Schwander nicht davon ab, sich weiterhin für andere Menschen einzusetzen. Denn jeder kann betroffen sein. Durch einen Schicksalsschlag, ein Unfall, Krankheit, Scheidung etc. kann jedermann plötzlich zu einem KESB-Fall werden. Mit der kantonalen KESB-Initiative soll darum bewirkt werden, dass die Behörde künftig näher bei den Betroffenen – den Bürgern – geführt wird. So soll es keine weltfremden Entscheide mehr geben. Was die Rechte der Kinder betrifft stellt Nationalrat Schwander immer wieder fest, dass Familien sich kaum wehren können, wenn sie nicht von Beginn weg über einen Anwalt mit der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde kommunizieren. Eine traurige Feststellung, denn wer kann sich das leisten?

Professionalität bringt Juristerei

Auch Allan Guggenbühl erzählte von seinen täglichen Erfahrungen. Für ihn ist die Hilfe im sozialen Umfeld wie ein Minenfeld, denn emotionale Personen reagieren immer anders, vielleicht auch ausgefallener. Daher ist es umso wichtiger, dass ihnen jemand gut zuhört und sie versucht wirklich zu verstehen. Erfahrungsgemäss kann dies nicht vom Bürotisch aus geschehen und auch nicht mit wenigen Besuchen. Allan Guggenbühl ist überzeugt, dass Personen aus dem Kreise der Familie Kinder am besten verstehen. Weil die Familie sich auch wirklich für ihre Kinder interessiert. Im Gesetzt sind Kinderbefragungen vorgesehen. Doch auch wenn Kinder klare Antworten geben, können diese nicht so einfach abgehandelt werden. Denn Kinder neigen dazu, das zu sagen, was ihr Gegenüber erwartet. Gerade deshalb kommt Guggenbühl zum Schluss, dass professionelle Hilfe nicht immer besser ist. Fachpersonen neigen dazu, Fälle nach Qualitätsstandards, einem vorgegebenen Prozess, abzuhandeln. Dabei wird oft vergessen, dass es sich um Menschen – um Kinder – handelt. Zudem sind rasche Entscheidungen im Umgang mit Kindern äusserst wichtig. Denn Kinder verfügen über ein ganz anderes Zeitempfinden.

Marcel Dettling führte durch die anschliessende Fragerunde und hält fest. Nicht jedes Problem braucht eine KESB Fall-Nummer. In erster Linie braucht es oft Hilfe zur Selbsthilfe, was im Kreise der Familie zu finden ist. Im Kanton Schwyz ist die KESB heute zentral organisiert, wie dies für städtische Verhältnisse geeignet sein kann, nicht aber für den ländlichen Kanton Schwyz.

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