Politik Kanton Schwyz

Politik der SVP Kanton Schwyz - Mitteilungen / Leserbriefe

Schwyzer Volksblatt, Montag 17.12.2018 / 6. Jahrgang

Energiepolitik im Fokus der SVP-Kantonalparteiversammlung

Von - 26.10.2016

Energiepolitik im Fokus der SVP-Kantonalparteiversammlung

Ein klares NEIN zur Atomausstiegsinitiative und ein ebenso deutliches NEIN zur Energiestrategie 2050 - Die SVP Kanton Schwyz hat sich an ihrer Parteiversammlung dem Thema Energieversorgung gewidmet und Position bezogen. Nun beginnt die Unterschriftensammlung zum Referendum gegen die Energiestrategie 2050. Am 26. Oktober versammelte sich die SVP Kanton Schwyz in Siebnen, um sich vertieft dem Thema Energieversorgung zu widmen. Gleich zu Beginn kommentierte Präsident Thomas Hänggi (Schindellegi) die beiden Strom-Blackouts in Zürich und zeigte auf, was alles nicht mehr funktioniert, wenn der Strom ausfällt. Von Offensichtlichem wie Telekommunikation oder Licht bis zu eher Überraschendem wie Tankstellen, welche ebenfalls nicht mehr betriebsbereit wären. Als Vertreter der veranstaltenden SVP March liess KR Bernhard Diethelm (Vorderthal) vor vollem Saal die letzten 10 Jahre SVP March Revue passieren.

NEIN zur Atomausstiegs-Initiative

Der Weinfelder Ständerat Roland Eberle, Mitglied der ständerätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie, wie auch Thurgauer Vertreter im AXPO-Verwaltungsrat, erläuterte die Eckpunkte der Initiative. So zeigte er auf, dass unsere Versorgung sich zu rund 60% auf Wasserkraft und zu rund 40% auf Atomkraftwerke abstützt. Lediglich knapp 2% werden durch erneuerbare Energie (Photovoltaik, Windkraft, etc.) abgedeckt. Zudem ist das Verteilnetz so ausgestaltet, dass es wenige Einspeiser und Millionen von Empfänger bedient. Will man die 40% Atomstrom in einer Hauruckübung bis 2017, resp. 2029 substituieren, dann hat das weitreichende Folgen: Nebst enormen Kosten opfern wir ohne Not den hohen Grad an Selbstversorgung und machen uns vom Ausland abhängig. Die benötigte 20-fache Steigerung erneuerbaren Energien und - damit verbunden - der Umbau / Aufbau des Einspeise- und Verteilnetzes erfordern wesentlich mehr Zeit als die Initianten glaubhaft machen wollen; von Einsprachen aus diversen Ecken noch nicht einmal gesprochen. Das Ausland spränge ein und lieferte notabene mehrheitlich ebenfalls Atomstrom oder aber Energie aus Kohlekraftwerken. Die Versammlung sah es ebenso und votierte bei nur einer Gegenstimme für ein NEIN.

Gefährdung der sicheren und kostengünstigen Energieversorgung

Zur Energiestrategie 2050 referierte ETH-Ingenieur Stephan Amacker. Er kennt die Materie, war er doch in leitender Funktion international beim Bau von diversen Kraftwerken beteiligt. Gleich zu Beginn würdigte er die unterschiedlichen Szenarien zum künftigen Stromverbrauch und resumierte, dass die Zahlen des Bundes weit unter dem Konsens der Fachleute liegen. Ziel der Strategie seien der Ersatz der fossilen Brennstoffe und des Stroms aus Atomkraftwerken, sowie die substantielle Reduktion des Verbrauchs. Dies wolle man erreichen durch diverse neue Steuern, Zwangsmassahmen und nicht zuletzt auch durch eine Verknappung des Angebotes. Der Staat als Big Brother entscheidet dann, wer wann, wieviel Strom zu welchem Preis bekommt. Bezahlen dürfen diese Zeche von jährlich rund 15 Milliarden die KMU und die Privaten, denn die grossen Stromverbraucher hat man bereits mit Vergünstigungen und Spezialregelungen ruhiggestellt. Das bedeutet pro Kopf zusätzliche Kosten von 750.- pro Jahr. Der Umbau des benötigten Einspeise- und Verteilnetzes und der Windräder, Photovoltaikanlagen etc. würde ebenfalls äusserst schwierig. Beispielsweise bedürfte es einer Fläche von 40'000 Fussballfeldern, um den Atomstrom der Schweiz durch Photovoltaik zu ersetzen.

Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit gefährdet

Abgerundet wurde die Energietagung durch die Ausführungen von KR Walter Züger (Altendorf). Er appellierte an die Vernunft und forderte zur Unterstützung des Referendums auf. Leichtfertig würden die Wettbewerbsfähigkeit und die sichere, wohlstandsentscheidende Energieversorgung auf’s Spiel gesetzt. Die angekurbelte Subventionsspirale würde noch schneller drehen und immense Kosten, Bevormundungen und Unabhängigkeitsverluste nach sich ziehen.

Bild: KR Walter Züger, SR Roland Eberle, Stephan Amacker

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