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Schwyzer Volksblatt, Samstag 19.01.2019 / 7. Jahrgang

Erziehungsrat hält an Sekundarstufe I mit drei Schultypen fest - Schulversuch einer separativ geführten Leistungsklasse Sekpro Bezirk Höfe abgelehnt

Von - 22.11.2013

Erziehungsrat hält an Sekundarstufe I mit drei Schultypen fest - Schulversuch einer separativ geführten Leistungsklasse Sekpro Bezirk Höfe abgelehnt

Der Bezirk Höfe gelangte im Frühjahr 2013 mit einem Antrag zur Führung eines Schulversuchs mit einer separativ geführten Leistungsklasse an den Erziehungsrat. In der gleichen Zeit erarbeitete im Auftrag des Erziehungsrates eine Projektgruppe Reformvorschläge für die beiden Modelle der Sekundarstufe I. Der Erziehungsrat hat nun den Antrag der Sek eins höfe zur Führung einer bilingualen Sekundarstufe mit Profilbildung Sekpro abgelehnt. Stattdessen will er die Begabungsförderung innerhalb der bestehenden Schultypen fördern. Im Juni 2013 orientierte der Erziehungsrat den gesuchstellenden Bezirk Höfe darüber, dass die Ergebnisse der im Auftrag des Erziehungsrats tätigen Projektgruppe Reform Sekundarstufe I abzuwarten seien. Vertreter des Bezirks Höfe hatten in dieser Arbeitsgruppe Einsitz und konnten ihre Ideen und Anliegen folglich dort einbringen. Basierend auf dem Schlussbericht dieser Arbeitsgruppe sowie einer Beurteilung durch das Bildungsdepartement hat der Erziehungsrat entschieden, den Antrag für einen Schulversuch mit dem vorgeschlagenen Modell Sekpro im Bezirk Höfe abzulehnen. Auch wenn das konkrete Projekt nun nicht umgesetzt werden kann, verdankt der Erziehungsrat gleichwohl die hohe Innovationskraft des Bezirks Höfe und will für alle Schulen der Sekundarstufe I die Möglichkeit schaffen, Teilaspekte des beantragten Schulversuchs in anderer Form umzusetzen.

Diverse Gründe für Ablehnung

Mit der geplanten Reform der Sekundarstufe I will der Erziehungsrat den Schulen der Sekundarstufe I generell neuen Gestaltungsraum eröffnen. Durch eine neue Stundentafel mit wöchentlich zwei bis drei flexiblen Lektionen können spezielle Angebote für alle Schülerinnen und Schüler ermöglicht werden. Im Rahmen eines Konzepts können somit Lernateliers, -landschaften, Workshops und projektartiges Arbeiten umgesetzt werden. Nebst dem besseren Erreichen von Mindestanforderungen bei schwachen Schülerinnen und Schülern können damit Teilbegabungen sowie die Förderung von begabten Jugendlichen generell gestärkt werden.

Der bilinguale Unterricht im von der Sek eins höfe beantragten Modell stellte sehr hohe Anforderungen an das Lehrpersonal und wirft Fragen zur Fachbeurteilung auf. Auch wäre damit zu rechnen, dass nach zwei Jahren Unterricht der grösste Teil der Schüler in die Mittelschule übertreten würde; die Klasse würde somit auseinanderbrechen und die frei werdenden Plätze müssten mit Schülern ergänzt werden, welche zuvor weder bilingualen Unterricht, noch Profilbildung genossen hätten. Und schliesslich hat der Erziehungsrat auch Bedenken bezüglich des geplanten separaten Zeugnisses und dessen Lesbarkeit für die Abnehmerschulen bzw. die Arbeitswelt.

Klares Festhalten an der dreiteiligen Sekundarstufe I

Die Sekundarstufe I gliedert sich heute in die drei Schultypen Werk-, Real-, und Sekundarschule. Eine weitere Separierung entspricht nicht dem pädagogischen Ansatz der Stärkung der Binnendifferenzierung und Kompetenzorientierung. Der Erziehungsrat lehnt es daher ab, auf der Sekundarstufe I einen vierten Schultyp in Form von Leistungsklassen oder progymnasialen Klassen einzuführen. Das Modell Sekpro des Bezirks Höfe beabsichtigt jedoch geradezu, eine Art „Untergymnasium“ in der Volksschule einzurichten. Aus Sicht des Erziehungsrats müsste ein staatliches Untergymnasium im Sinne der Chancengerechtigkeit wennschon Sache des Kantons sein. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem aktuell gültigen gestuften Bildungsweg, sowie alleine schon aus finanziellen Erwägungen steht dies jedoch nicht zur Debatte.

Quelle: www.sz.ch

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