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Schwyzer Volksblatt, Samstag 20.07.2019 / 7. Jahrgang

Umfahrung Pfäffikon wird nicht realisiert

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Umfahrung Pfäffikon wird nicht realisiert

Veränderte Rahmenbedingungen und massive Mehrkosten haben den Schwyzer Regierungsrat dazu bewogen, von einer Realisierung der Umfahrung Pfäffikon abzusehen. Die intensive Zusammenarbeit von Kanton und Höfner Gemeinden zu einer ganzheitlichen Lösung der Verkehrsprobleme geht aber weiter. Der Regierungsrat des Kantons Schwyz und die Gemeinde Freienbach sind nach eingehenden Gesprächen gemeinsam übereingekommen, das Bauprojekt «Umfahrung Pfäffikon» nicht weiterzuverfolgen. Dies erklärte der Vorsteher des kantonalen Baudepartements, Othmar Reichmuth, am Montag, 16. September 2013, an einer Medienorientierung in Pfäffikon. Kanton und Gemeinde betrachten diesen Beschluss als wegweisend für die verkehrliche Zukunft im Ausserschwyzer Bezirk Höfe. Für die weitere Planungsarbeit besteht nun eine klare Ausgangslage.

Vereinbarung Masterplan Höfe

Im Mai 2004 haben der Kanton Schwyz sowie die Gemeinden Freienbach und Wollerau die Vereinbarung Masterplan Höfe unterzeichnet. Damit sollte die Siedlungsentwicklung und die Verkehrsinfrastruktur gemeindeübergreifend aufeinander abgestimmt werden. Der Masterplan umfasst als ein zentrales Element die Umfahrung Pfäffikon.

Zwischen 2006 und 2007 liess der Kanton Schwyz für die Umfahrung ein Vorprojekt erstellen. Die Umfahrungstrasse sollte die zu Spitzenzeiten überlastete Churerstrasse vom Durchgangsverkehr entlasten.

Das Projekt sah eine Linienführung entlang der Bahn-Geleise vor. Das Bahn-Areal sollte in einem Tagbautunnel unterfahren werden. Als Anschlüsse waren im Bereich Schweizerhof im Osten sowie im Bereich Unterdorfstrasse im Westen zwei Kreisel geplant.

Nach der Ausarbeitung des Vorprojekts wurde 2008 eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kanton Schwyz und der Gemeinde Freienbach ausgehandelt. Diese Vereinbarung regelte die Finanzierung bzw. Kostenverteilung. Der Kanton Schwyz hätte 62 Prozent, die Gemeinde Freienbach 38 Prozent der Umfahrungsstrasse finanziert.

Umfahrung teurer als erwartet

Das Vorprojekt ging von Kosten in der Höhe von 133 Mio. Franken aus. Im Jahr 2010 zeigte sich bei der Ausarbeitung des Bauprojekts, dass der Baugrund schlechter ist als ursprünglich angenommen. Es zeichnete sich ab, dass sich die Kosten auf rund 270 Mio. Franken verdoppeln würden. Im Mai 2010 hat die Regierung die Bevölkerung darüber informiert, dass sie das Bauprojekt aus diesem Grund sistieren wird. Bis zu diesem Zeitpunkt fielen Planungskosten in der Höhe von 6,5 Mio. Franken an.

Im Juni des gleichen Jahres entschied sich der Souverän von Freienbach an der Urne gegen einen Projektierungskredit für einen neuen Zubringer zum geplanten Autobahnanschluss Wollerau (Fällmistunnel). Somit waren gleich zwei wichtige Pfeiler der Verkehrsoptimierung in Frage gestellt, es entstand eine Patt-Situation.

Kanton und Höfner Gemeinden haben in der Folge entschieden, ein unabhängiges Institut mit einer repräsentativen Befragung der Bevölkerung zu beauftragen. Ziel war es, in Erfahrung zu bringen, warum die Verkehrsoptimierung Höfe so wenig Akzeptanz gefunden hat.

Das Resultat der Umfrage führte zu einem zweistufigen intensiven Dialog mit der Bevölkerung: zuerst der Höfner Dialog, gefolgt vom Freienbacher Dialog. In diesem partizipativen Prozess wurde neben anderen Projekten die Umfahrung Pfäffikon kontrovers diskutiert. Unter anderem wurde aufgrund der veränderten finanziellen Perspektiven das Kosten-Nutzenverhältnis infrage gestellt.

Testplanung für Pfäffikon Ost

Zudem wird anfangs 2014 eine sogenannte Testplanung für Pfäffikon Ost inklusive Bahnhof gestartet. Eine Testplanung ist eine Methode zur Erarbeitung von Ideen und Lösungsvorschlägen für die Raumgestaltung im städtebaulichen Entwicklungsgebiet. Experten-Teams aus verschiedenen Fachrichtungen werden eingeladen, im Wechselspiel von Entwurf und Kritik Nutzungsmöglichkeiten für innerstädtische Entwicklungsflächen zu ergründen. Die Gemeinde Freienbach hat die Bevölkerung im Juli 2013 bereits in einer Medienmitteilung über das Vorhaben informiert.

Auftraggeber für die Testplanung sind Kanton und Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Bund und den Grundeigentümern. Um die Finanzierung sicherzustellen, wurden Verhandlungen mit der Korporation Pfäffikon als wichtigstem Grundeigentümer im Gebiet Pfäffikon Ost geführt. Die Methode der Testplanung wurde in der Schweiz bereits mehrfach erfolgreich angewandt, im Kanton Schwyz letztmals für die Urmibergachse im Gebiet der Gemeinden Schwyz und Ingenbohl.

Quelle: www.sz.ch

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2013-09-17
Schwyzer Volksblatt